Hallo Leute!
Einen Gruß aus dem warmen Herzen Afrikas schicke ich euch heute mal! Vielleicht wissen einige noch, wer ich bin ! Wenn nicht, ist nicht schlimm, dann lernst du mich halt kennen!
Ja, Malawi wird nicht umsonst das warme Herz Afrikas genannt: zum Einen ist es hier nicht nur vom Wetter her warm, sondern meistens heiß und zum Anderen ist es allein schon ein ganz besonderes Erlebnis in die Stadt zu fahren. Wenn du unterwegs Kindern begegnest, dann fangen die an vor Freude zu lachen und zu schreien: „Azungus, Azungus!“ Wenn du dann sogar zurückwinkst und schreist „Akuda!“ – dann kennt ihre Freude keine Grenzen.
Was mach ich so den ganzen lieben langen Tag hier? Warum bin ich eigentlich hier?
Vormittags unterrichte ich die beiden Missionarsjungen Simon Wiebe und Timo Arngold. Nachmittags: Küchendienst, Hausaufgaben mit Timo, weil seine Mutter aus gesundheitlichen Gründen zur Zeit in Deutschland ist. (Das ist gleichzeitig ein ganz dringendes Gebetsanliegen!), den „Zivi-Palast“ einzugsfertig machen, verschiedene Aktivitäten mit den schwarzen Kindern.
Einmal in der Woche fahren wir mit einigen Zivis nach Dombole (ein anderes Projekt hier in der Nähe). Dort machen wir Biblestudies und Treatment (Behandlungen) und spielen mit den Kindern.
Letztes Wochenende haben wir mit den Kindern dort eine Overnight durchgeführt. Wir waren den ganzen Samstag bis Sonntag Mittag da. Der Höhepunkt war der Samstagabend: ein vier Stunden lang andauernder Gottesdienst in Chechewa mit Liedern und Predigt und Drama und Gebet. Du verstehst nichts und kannst irgendwann auf den Steinbänken auch nicht mehr sitzen (hatte am nächsten Tag noch Schmerzen )! Aber wir haben auch das überlebt! Es zeigt dir einfach dann wieder ganz plastisch, wie unterschiedlich wir ticken.
Zur Zeit sind wir auf dem Projekt sechs Zivis und Freiwillige. Das ist nicht immer einfach, obwohl es nach viel Spaß und Action klingt. Oft genug muss man lernen sich zurückzunehmen und aus den verschiedenen Meinungen Kompromisse zu schließen. Das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass es andauernd Diskussionen gibt, wir haben auch viel Spaß zusammen.
Diese Woche hatten wir abgemacht, dass es jeden Tag zum Mittagessen Sima gibt. Wer nicht weiß was es ist: ein fester Brei aus Maismehl, der mit einer Soße serviert und mit Händen gegessen wird. Er schmeckt eigentlich nach nichts und vor allem wir Azungus können ihn nur mit Beilage essen, um dem ganzen wenigstens etwas abzugewinnen. Unter den Malawianern ist er aber das Hauptnahrungsmittel und wird zweimal am Tag gegessen. Die Kinder können ohne Sima gar nicht schlafen gehen, weil sie sonst denken, dass sie nichts gegessen haben!
Noch eine wichtige Sache zum Schluss, die uns hier in letzter Zeit beschäftigt hat: in Matthäus 24 sagt Jesus, das, was wir einem der Geringsten Brüder getan haben, das haben wir ihm getan. Ist das nicht unglaublich? Gott verlangt nicht Wahnsinns-Dinge von uns, nur dass wir anderen zu essen, zu trinken, etwas zum Anziehen geben oder sie im Gefängnis besuchen und schon dienen wir ihm! Er sagt uns nur, dass wir die Augen aufhalten sollen, für Leute in Not – das kann jeder, oder? Du musst keine große Predigt auf die Reihe bekommen oder irgendwohin fahren! Sei einfach du selbst, der sich von Gott gebrauchen lässt für sein Werk. Fang heute damit an!
Danke für eure Gebete!
Elli